Zum Hauptinhalt springen

Aktuelle Projekte

Künstliche Intelligenz in der internationalen Zusammenarbeit


KI in indigenen Sprachen für die digitale und wirtschaftliche Inklusion von Frauen in Westafrika


Projektpartner:

BMZ/GIZ | Google | Mozilla

Geplanter Projektzeitraum:

TBD (2026–2027)

Zusammenfassung

Künstliche Intelligenz (KI) verändert weltweit rasant die Wirtschaft, öffentliche Dienstleistungen und den Zugang zu Informationen. In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs), insbesondere in Subsahara-Afrika, besteht jedoch die Gefahr, dass KI bestehende Ungleichheiten eher verschärft als verringert.

Einer der wichtigsten und am wenigsten beachteten Faktoren für Ausgrenzung ist die Sprache. In Westafrika und insbesondere in fragilen und von Krisen geprägten Kontexten wie Sierra Leone, Liberia und Teilen Guineas gilt für einen großen Teil der Frauen und Mädchen Folgendes:

  • Sie haben nur eine begrenzte oder gar keine formale Bildung.
  • Sie sind funktionale oder quasi-Analphabetinnen in Englisch.
  • Sie verlassen sich fast ausschließlich auf gesprochene indigene Sprachen, insbesondere Krio, die Lingua franca in Sierra Leone.

Sprache ist kein Defizit, sondern ein ungenutztes Kapital.
In vielen afrikanischen Kontexten ist die mündliche Kommunikation die vorherrschende Form des Lernens, der Vertrauensbildung und der Entscheidungsfindung.

Fortschritte in den Bereichen sprachbasierte KI, Spracherkennung und große Sprachmodelle machen es nun technisch möglich, KI-Systeme zu entwickeln, die:

  • indigene Sprachen verstehen und darauf reagieren
  • über Sprache statt über Text funktionieren in Umgebungen mit

geringer Bandbreite oder offline funktionieren.

Problemstellung

Trotz der hohen Verbreitung von Mobiltelefonen bleibt der Zugang zu sinnvollen digitalen Diensten für junge Frauen und Mädchen weiterhin eingeschränkt.

Die meisten digitalen Plattformen, KI-Tools und Lernressourcen sind:

  • textlastig
  • von vornherein auf Englisch ausgerichtet
  • abhängig von einer stabilen Internetverbindung

Infolgedessen sind Frauen und Mädchen – insbesondere diejenigen, die die Schule vorzeitig abgebrochen haben – weitgehend ausgeschlossen von:

  • der Entwicklung digitaler Kompetenzen
  • KI-Kenntnissen
  • wirtschaftlichen und beruflichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit der digitalen Transformation

Diese Ausgrenzung steht in direktem Widerspruch zu den globalen Verpflichtungen im Rahmen von:

SDG 5 (Geschlechtergleichstellung)

SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum)

SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur)

SDG 10 (Weniger Ungleichheiten)

Sie steht auch im Widerspruch zu den Grundsätzen der Hamburger Erklärung zu verantwortungsvoller KI für die SDGs, insbesondere zu der Forderung, den Zugang zu KI-Bildung und den Vorteilen für Frauen und Mädchen zu erweitern.

Lösungsansatz

Durch die Entwicklung einer KI, die auf den sprachlichen Realitäten von Frauen und Mädchen basiert, anstatt die Nutzer zu zwingen, sich an englischzentrierte Systeme anzupassen, kann KI zu einem leistungsstarken Motor für Inklusion, Handlungsfähigkeit und wirtschaftliche Stärkung werden.

Im Rahmen des Projekts wird eine einfache, sprachbasierte KI-Anwendung entwickelt und getestet, mit der Nutzer:

  • in Krio sprechen
  • gesprochene Antworten in Krio erhalten
  • auf praktische, lokal relevante Informationen zugreifen, ohne lesen oder schreiben zu müssen

Die Lösung wird unter Verwendung einer modularen Spracharchitektur entwickelt, sodass zusätzliche Sprachen mit begrenzten zusätzlichen Kosten integriert werden können. Nachhaltigkeit wird durch folgende Maßnahmen angestrebt:

  • Open-Source-Komponenten
  • Partnerschaften mit lokalen Institutionen und NGOs
  • Integration in bestehende Frauen- und Community-Plattformen

Mehrwert für Unterstützer

Diese Initiative geht über die Übersetzung oder Lokalisierung bestehender Tools hinaus. Ihre Innovation liegt in folgenden Punkten:

  • Entwicklung von KI für mündliche Gesellschaften, keine Anpassung textbasierter Systeme
  • Behandlung indigener Sprachen als zentrale digitale Infrastruktur
  • Kombination von Prinzipien für verantwortungsvolle KI mit geschlechtertransformativer Programmierung

Positionierung von KI in indigenen Sprachen als digitales öffentliches Gut

WER kann WIE unterstützen?

Suche nach Unterstützung für die Entwicklung und Erprobung einer sprachgesteuerten KI-Anwendung in Krio, die auf Frauen und Mädchen mit geringem Bildungsniveau zugeschnitten ist, um:

  1. die KI-Kompetenz und das digitale Selbstvertrauen marginalisierter Frauen und Mädchen zu verbessern
  2. den Zugang zu praktischen Informationen und Fähigkeiten in Bezug auf Lebensunterhalt, Gesundheit und sozialen Schutz zu ermöglichen
  3. ein skalierbares und reproduzierbares Modell für KI in indigenen Sprachen in Westafrika zu entwickeln